
Karriere, Masterstudium, Leben – wie eine Businessfrau den Spagat schafft: Interview mit Helga Vogg
Helga Vogg ist Mutter, seit über 16 Jahren als berufstätige Businessfrau mit großem Verantwortungsbereich in einem von Österreichs größten börsennotierten Unternehmen tätig und studiert nebenbei an der eLearning Academy. Wie sie all das schafft, welche Herausforderungen es im Laufe des Studiums zu bewältigen gab und warum ihr Arbeitgeber zu 100 % hinter ihrer Weiterbildung steht, verrät sie im exklusiven Interview.
Sie war von 2002 bis 2016 Assistentin der Geschäftsführung der OMV Austria Exploration & Production GmbH und hat 2016 die Position der Communication Managerin übernommen. Heute steuert sie die interne und externe Kommunikation – seit kurzem auch über Ländergrenzen hinweg.
Erzählen Sie uns von Ihrem Berufsalltag!
Die OMV Austria ist mit rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größten Arbeitgeberinnen im Weinviertel und exploriert sowie produziert hier seit mehr als 60 Jahren Erdöl und Erdgas. Unser Kerngeschäft ist sehr interessant – von meinem Büro aus sehe ich viele Pumpenböcke und zurzeit sogar einen Bohrturm. Ich durfte bereits in meiner neuen Position die größte europäische Landseismik kommunikativ mitbetreuen. Damals wurde der Untergrund in 4.000–6.000 m Tiefe auf mögliche erdgasführende Strukturen erforscht. Aber auch sonst bietet mein Arbeitsalltag viel Abwechslung: Es gibt viele Events zu organisieren oder zu unterstützen (z. B. Presseevents, Interviews mit dem Geschäftsführer, Filmanfragen), Mitarbeiterveranstaltungen – auch zu moderieren –, Newsletter, Blogs, Infoscreens und Content für Website und Intranet aufzubereiten, Podcasts, Flash TV und Factsheets zu gestalten sowie Großprojekte wie unsere Flächen-Photovoltaikanlage kommunikativ zu begleiten. Mittlerweile habe ich auch das Beschwerde- und Stakeholdermanagement übernommen.
Das klingt nach einer herausfordernden Aufgabe. Wie schaffen Sie es, nebenbei auch noch ein Online-Studium zu absolvieren?
(lacht) Es war nicht immer leicht. Ich sehe es als großes Privileg, etwas verändern zu können. Wenn ich mich dazu entschließe, etwas zu machen, dann mache ich es auch wirklich. Ich bin ein offener, aufgeschlossener und neugieriger Mensch und lasse mich gerne auf Neues ein, suche ständig die Herausforderung – und auch die Veränderung. Das ist im privaten wie auch im beruflichen Kontext so.
Das Ergebnis spricht für sich – Sie sind bereits im Endspurt Ihres Studiums. Was hat Sie anfangs dazu bewegt, noch einmal die virtuelle Schulbank zu drücken?
Ich habe bei der OMV gelernt und hatte viele Jahre im Hinterkopf, die Matura nachzuholen. Aus privaten Gründen musste mein Weiterbildungswunsch aber zunächst hintanstehen. Meine Arbeit war in dieser herausfordernden Zeit eine willkommene und wichtige Ablenkung. Deshalb habe ich mich erst später dazu entschlossen, die Matura (Anm.: Abitur) nachzuholen.
Als ich 2016 die neue Abteilung übernommen habe, wusste ich, dass ich mir Unterstützung holen möchte. Ich habe den Lehrgang also direkt für meine Arbeit benötigt – und kann mittlerweile sagen, dass er wirklich perfekt auf meinen Arbeitsbereich zugeschnitten ist. Die Module ergänzen, was ich in meinen Arbeitsabläufen und im Konzernalltag täglich erlebe, und helfen mir ungemein.
Ihr Arbeitgeber profitiert also von Ihrer Weiterbildung?
Ja, absolut! Außerdem war klar, dass ich das erworbene Wissen direkt anwenden und nutzen kann. Ich habe von Anfang an meinen Wunsch nach Weiterbildung kommuniziert, und das wurde wirklich mit Begeisterung aufgenommen. Auch jetzt, am Ende des Studiums, habe ich die volle Unterstützung meines Vorgesetzten – er motiviert mich auf meinem tertiären Bildungsweg.


Apropos dranbleiben. Was war bisher besonders herausfordernd bei Ihrem Online-Studium?
Die Schwierigkeit ist, sich selbst zu organisieren. Ein Online-Studium ist anders, als wenn man nur einen Kurs belegt. Es gibt keinen fixen Stundenplan und keine vorgegebenen Abgabefristen. Anfangs hatte ich auch große Startschwierigkeiten beim Studium – das lag unter anderem daran, dass ich beruflich vor der großen Herausforderung stand, meine Abteilung aufzubauen. Nachträglich kann ich aber mit Stolz sagen, dass ich mich mit Hilfe des Studiums persönlich weiterentwickelt habe und dankbar für dieses Wachstum bin.
Mittlerweile scheinen Sie tatsächlich alle Hürden überwunden zu haben. Ihr Studienfortschritt lässt sich sehen – was hat Ihnen besonders geholfen? Welche Tipps geben Sie weiter?
Ich habe nach meinem anfänglichen Tief erkannt, wie wichtig es ist, Vertrauen in die Studienorganisation zu haben. Seitdem absolviere ich ein Modul nach dem anderen und halte mich an die vorgegebene Struktur. Außerdem ist es sehr wichtig, dranzubleiben. Wenn man das Studium schleifen lässt, ist es umso schwieriger, sich erneut zu motivieren.
Zudem kann man jederzeit auf ein Team von Menschen zurückgreifen, die einen unterstützen und viel Erfahrung haben. Als ich 2017 eine negative Arbeit zurückbekam, war ich ziemlich verzweifelt und wusste nicht, wie ich weitermachen soll. Nach einem Beratungsgespräch durch die Studienberatung und mit einem neuen Fahrplan ausgestattet, konnte ich dieses Motivationstief überwinden. Seitdem habe ich mein Ziel wieder klar vor Augen.
Sie sind nicht nur Mutter und berufstätige Frau mit großem Verantwortungsbereich, sondern auch Studentin. Welche Aspekte Ihres Online-Studiums helfen Ihnen, diesen Spagat zu schaffen?
Der größte Vorteil für mich ist, dass alles so gut aufbereitet und organisiert ist. Das ist wirklich phänomenal – das muss ich jetzt einfach nochmal sagen.
Zum Vergleich: Ich hatte auch schon eine Fernmatura begonnen, alle Unterlagen zugesendet bekommen und dennoch nicht weitergemacht. Auf einer Universität würde ich vermutlich verzweifeln, weil ich eine klare Struktur brauche und trotzdem flexibel und unabhängig studieren möchte. Und all das habe ich mit dem Studium Crossmediale Marketingkommunikation der Hochschule Burgenland an der eLearning Academy for Communication gefunden.
Wie kommen Sie mit der Prüfungsmodalität zurecht?
Das Aneignen von neuem Stoff fällt mir sehr leicht und die CheckUps (Anm.: Selbstüberprüfungen) machen mir richtig Spaß. Ich würde sogar nochmal gerne in die Schule zurück, wenn ich dürfte (lacht). Die tatsächliche Prüfungsleistung erfolgt aber durch die Modularbeiten. Mit Hilfe dieser schriftlichen Hausarbeiten wird der Stoff gefestigt. Mehr noch: Die Modularbeiten helfen mir, mein neu erworbenes Wissen direkt anzuwenden. Ich lerne also nicht nur Theorien, sondern direkt für die Praxis.
An vielen Hochschulen und Universitäten wissen die Studierenden bis jetzt noch nicht, wie ihre Vorlesungen im Sommer und Herbst weitergehen werden – online, teilweise online oder doch in Präsenz? Online-Studien erscheinen seit Corona in ganz neuem Licht. Wie waren Ihre Erfahrungen im Lockdown?
Mir sind Abwechslung und Unternehmungen sehr wichtig, und ich bin ein sehr gesundheitsbewusster Mensch – ich faste jedes Jahr mit Begleitung und fahre auf präventive Gesundheitswoche. Gerade bei einer Mehrfachbelastung von Studium, Job und Privatem muss man auch auf sich achten.
Corona hat mir die Möglichkeit einer zusätzlichen Pause verschafft und geholfen, mich vermehrt auf das Studium zu konzentrieren, weil soziale und gesellschaftliche Verpflichtungen weggefallen sind.

Wie können wir uns Ihren Alltag und den Balanceakt von Homeoffice und Familie vorstellen?
Ich arbeite zwei bis drei Tage im Homeoffice, die anderen Tage im Büro. Morgens gehe ich mit dem Hund raus und danach setze ich mich direkt an die Arbeit. Mein Laptop steht im Wohnbereich, und alle wissen: Wenn ich daran arbeite, möchte ich mich auch darauf konzentrieren. Das klappt sehr gut und ich bin meiner Familie sehr dankbar für ihre Unterstützung.
Was würden Sie Interessentinnen und Interessenten abschließend noch gerne sagen?
Ich kann dieses Studium einfach nur jedem empfehlen und bin überzeugt, dass jede und jeder aufgrund der guten Organisation im Hintergrund mit einem solchen Studium zurechtkommen würde. Es ist vom ersten bis zum letzten Kapitel spannend – und man sollte den Mut haben, es zu tun. Ich kann mit Fug und Recht sagen: Es war meine beste Entscheidung!

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