06.12.2022

Fernstudium und Beziehung: Ein Absolventenpaar im Interview

Sarah Kunz und Constantin Meyer lernten sich während ihres BWL-Bachelorstudiums mit der Spezialisierung Gesundheitsmanagement kennen und lieben. Seit 2014 arbeiten sie beide in der Pharmabranche im Marketing. Von 2020 bis 2022 haben sie gemeinsam den Masterlehrgang Marketingkommunikation der Hochschule Burgenland mit Bravour bei uns absolviert.

Sarah Kunz war bereits im Außendienst für Medizinprodukte und im Projektmanagement tätig und arbeitet derzeit als Produktmanagerin im Marketing. Constantin Meyers beruflicher Schwerpunkt liegt ebenfalls im Marketing. Zuvor hat er Erfahrungen im Vertrieb gesammelt.

Im Interview erzählen uns die beiden über Fernstudium und Beziehung, welche Erwartungen und Hürden dahinterstecken und verraten uns ihre Tipps und Tricks.

Kürzlich haben Sie beide eine glanzvolle Abschlussprüfung hingelegt. Die Prüfungskommission war voll des Lobes, hat Ihr vernetztes Denken und Ihr Fachwissen betont. Wie fühlen Sie sich jetzt, ohne das Studium im Hinterkopf? Was machen Sie denn mit all der wiedererlangten Freizeit?

Kunz: Wir sind tatsächlich noch etwas überfordert mit der Freizeit – ein seltsames, aber sehr gutes Gefühl.

Meyer (lachend): Urlaub! Meer, Berge, in die Ferne. Egal. Einfach mal wieder Urlaub machen!

Wohlverdient! Aber spulen wir nochmal ein paar Jahre zurück. Welche Überlegungen gingen der Entscheidung für Ihr Masterstudium eigentlich voraus?

Kunz: Wir wussten schon direkt nach dem Bachelorstudium, dass wir noch einen Master machen wollen. Wir wollten allerdings zuerst ein bis zwei Jahre mehr Berufserfahrung sammeln sowie die Entscheidung für eine Spezialisierung festigen. 2020 wechselten wir dann beide vom Außendienst in den Innendienst und spätestens dann war uns klar: Der Master soll einen Marketing-Fokus haben!

Welche Parameter waren letztendlich ausschlaggebend, genau dieses Studium zu wählen (Anm.: Vertiefung Crossmediale Marketingkommunikation)?

Kunz: Wir wollten für den Master auf keinen Fall beruflich ausfallen und haben daher nach einem Programm gesucht, das sich mit unserem Alltag und Beruf bestmöglich vereinbaren lässt. Konkret bedeutete das also: Höchstmögliche Flexibilität, spannende Modulinhalte, örtliche und zeitliche Unabhängigkeit.

Meyer: Und nicht zu vergessen ein hoher Praxisbezug!

Hat diese Erwartungshaltung dann dem Studienalltag standgehalten?

Meyer: Ja, absolut! Die Module und insbesondere die Modularbeiten leben ja quasi von dem Transfer der Theorie in die Praxis. Ein Modul, das mir in diesem Zusammenhang sehr stark im Kopf geblieben ist, ist das Modul „Krisenkommunikation“ und die Aufgabenstellung mit dem Titel „Das verlorene Brautkleid“. Übrigens ein Titel, der auch ein Roman hätte sein können (lacht). Wir haben mit diesem Modul den gesamten Werkzeugkoffer der Krisenkommunikation vermittelt bekommen und durften dann in der Modularbeit einen eigenen Krisenkommunikationsplan entwickeln. Und genau diese Übertragung, also der Transfer vom Gelernten in die Praxis, ist letztendlich auch das, was wir täglich im Job brauchen und machen.

Kunz: Das sehe ich auch so. Ich konnte besonders vom Modul „Kommunikationskampagnen und -konzeption“ profitieren. Als ich damals den Job wechselte, stand gerade ein Produkt kurz vor dem Launch und ich konnte viele Inhalte gut in die Praxis transferieren. Das Modul „Events“ hat mir einen theoretischen Deep Dive ermöglicht, als die Kongresse in meinen Verantwortungsbereich fielen. Das war natürlich ideal.

Wusste Ihr Arbeitgeber, dass Sie nebenher studieren? Gab es von dieser Seite Unterstützung?

Meyer: Ich bin sehr transparent damit umgegangen. Anfangs standen dann natürlich die Fragen im Raum, ob wir Stunden reduzieren wollen und wie sich das Studium denn einordnen lässt. Beziehungsweise auch, wie wir beides hinkriegen wollten.

Kunz (schmunzelnd): Tatsächlich war es so, dass meine Kolleg:innen und Vorgesetzten manchmal vergaßen, dass ich auch noch nebenher studiere. Das war mir persönlich aber auch sehr wichtig, denn ich habe den Anspruch an mich selbst, in beiden Bereichen mein Bestes zu geben.

Eine extrem beeindruckende Leistung! Was ist Ihr Geheimnis? Wie haben Sie Ihre Karriere, Ihr Privatleben und das Studium unter einen Hut bekommen?

Kunz: Anfangs hatten wir unter der Woche am Abend viel gelernt, aber schnell realisiert, dass diese Art des Lernens für uns nicht nachhaltig ist und nur wenig von den Inhalten hängenbleibt. Somit blieben nur die Wochenenden, an denen wir uns fixe Timeslots setzten und konzentriert am Lernstoff arbeiteten.

Meyer: Was uns auch sehr half, war der Austausch über die Inhalte. Wir haben oft beim Spazierengehen ganz locker über die Theorien gesprochen und überlegt, wo könnten wir das anwenden, wie hat der jeweils andere das verstanden, und so weiter.

Das klingt beinahe idyllisch. Gibt es auch eine Schattenseite oder sind Sie während der vergangenen zwei Jahre auch auf Hindernisse und Herausforderungen gestoßen?

Kunz: Eine Nebenwirkung des intensiven Studierens plus Vollzeit-Berufstätigkeit war auf jeden Fall das latent schlechte Gewissen, wenn man mal doch einen ganzen Tag Urlaub genommen hat. Auf der einen Seite will man dranbleiben, auf der anderen Seite braucht man auch Pausen.

Meyer: Und weil am Abend der Kopf vom Job voll ist, hatten wir ja nur das Wochenende zum Lernen. Nahmen wir uns also vor, am Samstagmorgen zu lernen, hatte das natürlich auch Konsequenzen für die Freitagabendplanung. Und so sind eben viele Wochenenden vergangen, an denen wir gelernt, statt Freizeit genossen haben.

Was hat Ihnen beim Durchhalten geholfen?

Meyer (lacht): Pragmatismus. Wir wussten, wir wollen das Studium in einer adäquaten Zeit fertig machen und müssen da jetzt einfach durch.

Kunz: Was uns außerdem sehr geholfen hat, war das logische Verständnis für und vom Partner. Wir saßen schließlich im selben Boot. In diesem Zusammenhang möchte ich all jenen meinen Respekt aussprechen, die möglicherweise auf weniger Verständnis treffen oder da alleine durchmüssen.

Sie wirken sehr harmonisch, teilen dieselben Interessen, arbeiten und studieren zusammen. Wann und wo trifft man Sie getrennt an?

Meyer (fröhlich): Tatsächlich habe ich während der Pandemie das Golfspielen für mich entdeckt. Da bin ich alleine, und kann alles um mich herum ausblenden und mich neu fokussieren. Über diesen Sport gibt es ja viele Klischees, und ich würde sagen über 90% davon stimmen auch, aber für mich ist es eben eine wunderbare Form der Entspannung.

Kunz: Mich erden die Spaziergänge mit unserem Hund sehr. Generell Sport, Bewegung und draußen in der Natur zu sein, gibt mir ganz viel Energie in anstrengenden Phasen. Und jetzt, wo unsere Wochenenden wieder frei sind, freue ich mich auch darauf, wieder mehr mit Freunden zu unternehmen.

Was würden Sie Studierenden sagen, die gerade erst anfangen?

Kunz: Zuerst mal „Gratulation! Sie haben schon mal die richtige Entscheidung getroffen.“ Als Nächstes würde ich empfehlen, sich mit anderen Studierenden in der Facebook- und WhatsApp-Gruppe zu vernetzen. Und letztendlich würde ich raten, eine dem jeweiligen Lerntyp entsprechende Art des Studierens zu etablieren. Egal, ob das Deadlines oder fixe Timeslots sind – Dranbleiben und Routinen sind der Schlüssel.

Meyer: Ich würde zudem auch noch sagen, dass man sich in intensiven Phasen auch die Legitimation geben darf, das Studium zu de-priorisieren und flexibel zu reagieren, wenn mal was nicht nach Plan läuft.

Kunz: Genau. Denn wenn die intrinsische Motivation hoch ist, wenn man sich für die Inhalte interessiert und wenn man das Studium wirklich machen möchte, dann findet man auch nach einer Pause wieder in seine Lernroutinen. Für uns hat das Studium jedenfalls sehr gut gepasst.

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