Was passiert eigentlich nach dem Studium? Für uns endet die Geschichte unserer Absolvent:innen nicht mit dem Masterabschluss. Oft wird erst danach sichtbar, wie sich Wissen, Haltung und persönliche Entwicklung im Berufsleben weiter entfalten.
Philipp Huber haben wir bereits vor rund einem Jahr zum Interview getroffen. Damals stand er beruflich an einem anderen Punkt. Heute - 4,5 Jahre nach seinem Abschluss - ist vieles in Bewegung gekommen: Seit dem 1. Jänner 2026 ist er selbstständig. Im Gespräch erzählt er offen, wie es zu diesem Schritt kam, warum es nie den perfekten Zeitpunkt gibt und weshalb er seine Arbeit heute unter einem Begriff zusammenfasst: Arbeitsweltgestaltung.
"Der Schritt in die Selbständigkeit ist endlich Wirklichkeit geworden."
Philipp, wir haben uns vor etwa einem Jahr schon einmal zum Interview getroffen – damals waren fast 3,5 Jahre nach dem Masterabschluss vergangen. Was hat sich in dem Jahr getan?
Einiges. Der größte Schritt war sicher, dass die Selbstständigkeit endlich Wirklichkeit geworden ist. Das war nichts, was von heute auf morgen da war. Ich habe Bedenkzeit gebraucht und eine längere Tüftelphase. In den letzten Monaten habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie ich mich positionieren will, was ich anbieten möchte und wie mein Angebot aussehen soll.
Seit dem Jahreswechsel bin ich jetzt selbstständig. Noch nebenberuflich, wobei ich fast eher sagen würde: Ich starte als Unternehmer und arbeite nebenbei noch. Ich bin nach wie vor mit Branding beschäftigt, kann mich jetzt aber verstärkt meiner eigenen Tätigkeit widmen. Und ich bin sehr gespannt, was die nächsten Jahre bringen.
„Es wird nie den richtigen Zeitpunkt geben.“
Was war für dich der Auslöser, diesen Schritt jetzt zu gehen?
Irgendwann hatte ich das Gefühl: Jetzt weiß ich wirklich, was ich anbieten will. Das war lange nicht so klar, weil ich ein Mensch bin, der sich für viele Dinge interessiert. Genau das macht es manchmal schwer, sich zu fokussieren.
Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich für mich die richtige Mischung gefunden habe. Ich wusste, was ich anbieten kann, was ich anbieten will und wo ich echten Mehrwert schaffen kann. Und dann war da noch die Erkenntnis: Es wird nie den perfekten Zeitpunkt geben. Es gibt immer Unsicherheiten oder äußere Umstände, die dagegensprechen könnten. Irgendwann muss man anerkennen, dass man nicht auf ideale Bedingungen warten kann.
Zwischen Employer Branding, Bildungs- und Berufsberatung
Du verbindest Employer Branding und Bildungs- und Berufsberatung. Wie kam es zu dieser Spezialisierung?
Ich vereine diese Themen unter dem Dach der Arbeitsweltgestaltung. Im Employer Branding geht es darum, Arbeitgeber weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, organisationale Arbeitswelten aktiv zu gestalten.
In der Bildungs- und Berufsberatung geht es um das Pendant dazu: die individuelle Arbeitsweltgestaltung. Also darum, Menschen dabei zu begleiten, ihren Bildungs- und Berufsweg bewusst weiterzuentwickeln. Genau diese Verbindung finde ich spannend, weil beides unmittelbar zusammenhängt. Gute Arbeitswelten entstehen nicht nur in Organisationen, sondern auch dort, wo Menschen Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten finden.

„In zwei Stunden Arbeit kann ich wirklich zwei Stunden Arbeit machen.“
Was reizt dich an der Selbstständigkeit besonders?
Ich habe viel stärker das Gefühl, meine Zeit bewusst einsetzen zu können. Wenn ich zwei Stunden arbeite, dann sind das tatsächlich zwei Stunden fokussierte Arbeit. Das schätze ich sehr.
Und ich möchte mit meiner Arbeit Mehrwert schaffen. Natürlich ist nicht jedes Projekt ein Herzensthema. Aber wenn ich weiß, dass das, was ich tue, Menschen oder Organisationen wirklich weiterhilft, dann ist das für mich ein starker Antrieb. Genau diese Wirksamkeit war mir wichtig.
Für wen Philipp Huber arbeitet
Welche Problemstellungen deiner Kund:innen löst du heute konkret?
Das ist zweigeteilt. In der Bildungs- und Berufsberatung begleite ich Menschen durch Prozesse von Orientierung, Entscheidung, Umsetzung und Entwicklung in der Bildungs- und Berufswelt.
In der Unternehmensberatung unterstütze ich kleine, mittlere und große Organisationen meiner Region mit Employer-Branding-Expertise und als Sparring Partner bei Herausforderungen im HR-Bereich. Es geht darum, als Arbeitgeber sichtbarer zu werden und sich nachhaltig weiterzuentwickeln.
An wen richtet sich dein Angebot?
In der Bildungs- und Berufsberatung an Einzelpersonen jeden Alters.
Im Beratungsbereich an Unternehmen, öffentliche Verwaltung und NGOs, vorwiegend aus dem Innviertel in Oberösterreich. Diese regionale Verankerung ist mir wichtig, weil ich die Gegebenheiten und Bedürfnisse hier gut kenne.
„Regionale Kompetenz macht den Unterschied.“
Was unterscheidet dein Angebot von klassischen Employer-Branding- oder HR-Beratungen?
Ein zentraler Punkt ist für mich die regionale Kompetenz. Employer Branding hat viel mit regionalen Gegebenheiten zu tun. Durch die Verbindung aus fundierter Expertise und regionalem Verständnis kann ich Organisationen in meiner Region etwas bieten, das eine klassische Agentur aus einem urbanen Raum oft nicht in derselben Tiefe leisten kann.
Dazu kommt: Ich biete keine kurzfristigen Personalberatungen oder Headhunting an, sondern unterstütze bei der langfristigen Entwicklung als Arbeitgeber. Genau dieser nachhaltige Blick ist mir wichtig.
Wofür seine Arbeitsweltgestalter steht
Wenn du dein Angebot auf den Punkt bringen müsstest: Wofür stehst du mit deiner Marke?
Für regionale Kompetenz, Zusammenarbeit, Entwicklung und ein neues Verständnis von Arbeit. Gemeinsam Arbeitswelten gestalten – organisationale und individuelle. Jeden Tag ein Stück in Richtung besserer Arbeitswelt für Mensch und Organisation.
Welche Leistungen anbietet Arbeitsweltgestalter Philipp Huber
Welche Leistungen bietest du aktuell an?
Im Bereich Unternehmensberatung arbeite ich als HR Sparring Partner, im Employer Branding und in der Kommunikationsberatung. Dazu kommen Outplacement und externe Personalentwicklung.
In der Bildungs- und Berufsberatung begleite ich Menschen durch Orientierungs-, Entscheidungs-, Umsetzungs- und Entwicklungsphasen.
Die Kund:innen von Arbeitsweltgestalter
Welche Themen beschäftigen deine Kund:innen derzeit am stärksten?
Im Unternehmenskontext sind es vor allem Effizienz und Optimierung, Generationenwechsel und Sichtbarkeit als Arbeitgeber.
In der Bildungs- und Berufsberatung geht es häufig um einen unsicheren Arbeitsmarkt, um Kündigungswellen und um Arbeitgeber, die im Bewerbungsprozess oft schwer greifbar sind. Gerade dann wird Orientierung besonders wichtig.

„Authentisch ist das Entscheidende.“
Welche Bedeutung hat authentisches Employer Branding heute im Wettbewerb um Talente?
Wichtiger denn je. Arbeitgebermarketing kann heute fast jedes Unternehmen machen. Aber nur authentische Einblicke versprechen nachhaltigen Erfolg. Menschen merken sehr schnell, ob ein Arbeitgeber nur etwas gut darstellt oder ob das, was nach außen kommuniziert wird, auch im Inneren tatsächlich gelebt wird. Genau deshalb braucht gutes Employer Branding keine schöne Fassade, sondern Glaubwürdigkeit.
Welche Erfahrungen ihm heute helfen
Welche Erfahrungen aus deiner bisherigen Karriere helfen dir heute am meisten beim Aufbau deines eigenen Business?
Die Mischung aus unterschiedlichen Welten hilft mir sehr: die Arbeit in Großunternehmen, um hohe professionelle Standards kennenzulernen, und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit regionalen Kleinbetrieben, um ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen.
Dazu kommen meine verschiedenen Rollen und Branchen: vom Lehrling bis zur Führungskraft, vom öffentlichen Dienst über NGO und Museum bis zur Industrie. Diese Breite hilft mir heute enorm.
„Kritisches Denken und Kommunikation begleiten mich bis heute.“
Wenn du auf dein Studium zurückblickst: Was begleitet dich bis heute am stärksten?
Zwei Dinge: kritisches Denken und Kommunikation.
Dieses Hinterfragen ‚ist das wirklich sinnvoll, notwendig, stimmig?‘ begleitet mich bis heute. Und Kommunikation ist für mich ein echter Hebel. Ganz egal, in welcher Funktion oder Branche: Ohne gute Kommunikation läuft unglaublich viel schief. Genau deshalb ist sie für mich kein Randthema, sondern ein Kernelement.

„Storytelling wird oft unterschätzt.“
Gibt es etwas aus dem Studium, dass du heute ganz konkret anwendest?
Ja: Storytelling. Gerade heute, wo wir mit so vielen Medien und Botschaften konfrontiert sind, wird es immer wichtiger, sich mit einer klaren Message abzuheben. Geschichten helfen dabei, Dinge greifbar zu machen und Menschen wirklich zu erreichen. Deshalb ist Storytelling für mich auch im Beratungsalltag ein wichtiges Element.
Ein Rat für Menschen in Umbruchphasen
Was würdest du Menschen raten, die spüren, dass sie beruflich mehr wollen, aber noch nicht genau wissen, in welche Richtung?
Das Wichtigste ist, dieses Gefühl ernst zu nehmen. Gleichzeitig würde ich davor warnen, zu schnell in Aktionismus zu verfallen. Nicht jedes ungute Gefühl bedeutet automatisch, dass man sofort alles umwerfen muss.
Manchmal braucht es nicht einen neuen Job, sondern Entwicklung innerhalb der aktuellen Rolle. Manchmal Weiterbildung, manchmal einen Richtungswechsel. Entscheidend ist: zuerst Orientierung, dann Entscheidung.
Wenn du deinem damaligen Ich in der Studienzeit etwas sagen könntest – was wäre das?
Wahrscheinlich: Just do it.
Ich habe damals viel analysiert und versucht, die perfekte Entscheidung zu treffen. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man merkt: Mehr Orientierung wird es jetzt nicht mehr. Dann muss man losgehen. Rückblickend würde ich sagen: Wenn man merkt, dass man sich im Kreis dreht, dann ist oft der nächste Schritt wichtiger als die nächste Analyse.
Seine Vision von guter Arbeitsweltgestaltung
Was ist deine Vision von guter Arbeitsweltgestaltung?
Arbeitswelten, die fördern. Arbeitswelten, die so individuell wie möglich sind, gesund und belebend, nachhaltig, sinnvoll und respektvoll mit begrenzter Lebenszeit umgehen.
Arbeit soll nicht nur funktionieren. Sie soll Entwicklung ermöglichen – für Organisationen und für Menschen.

Der Blick nach vorne
Wohin möchtest du deine Selbstständigkeit in den nächsten Jahren entwickeln?
Ich möchte regionalen Organisationen und den Menschen von hier als Experte zur Seite stehen und meinen Beitrag zur Entwicklung leisten.
Wenn wir in zwei Jahren wieder sprechen: Was möchtest du bis dahin erreicht haben?
Ich möchte auf Projekte zurückblicken, in denen ich Menschen und Organisationen meiner Heimat geholfen und einen echten Beitrag zur Gestaltung guter Arbeitswelten geleistet habe.
Was von dieser Alumni-Geschichte bleibt
Philipps Weg ist deshalb so interessant, weil er nicht geschniegelt erzählt ist, sondern ehrlich. Es geht nicht um eine perfekte Erfolgsgeschichte, sondern um Orientierung, Klarheit und den Mut, irgendwann ins Tun zu kommen.
Gerade für Menschen, die selbst an einem beruflichen Wendepunkt stehen, steckt darin viel Wiedererkennbares. Man muss nicht von Anfang an alles wissen. Aber man darf das eigene Gefühl ernst nehmen. Und man darf beginnen.
Wer ist Philipp Huber?
Philipp Huber ist Alumnus des Master Crossmediale Marketingkommuikation der eLearning Academy & Hochschule Burgenland, Arbeitsweltgestalter und selbstständig in den Bereichen Employer Branding, Bildungs- und Berufsberatung.
Was macht Philipp Huber heute beruflich?
Er begleitet Einzelpersonen in Bildungs- und Berufsfragen und unterstützt Organisationen als Sparring Partner in Employer Branding, Kommunikation und HR-nahen Themen.
Wofür steht Arbeitsweltgestalter?
Für regionale Kompetenz, Zusammenarbeit, Entwicklung und ein neues Verständnis von Arbeit.
Warum ist authentisches Employer Branding wichtig?
Weil glaubwürdige Einblicke langfristig erfolgreicher sind als reines Arbeitgebermarketing ohne echte Substanz.
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