
Interview mit Monika Wagner-Taufratzhofer: Wie IT-Führungskräfte durch Kommunikation wirksamer werden
Technische Systeme werden immer komplexer, doch die eigentliche Herausforderung in der IT liegt heute oft an der Schnittstelle zum Menschen. Monika Wagner-Taufratzhofer, erfahrene IT-Teamleiterin und SAP-Modulberaterin, hat genau das erkannt. Nach über 20 Jahren in der Technologie-Ecke entschied sie sich für einen Master in Marketing und Kommunikation der Hochschule für angewandte Wissenschaften Burgenland bei uns an der eLearning Academy for Communication.
Im Interview erzählt sie, wie sie das Studium neben Vollzeitjob und Familie gemeistert hat und warum sie heute "strategischer statt nur intuitiv" kommuniziert.
Der Wendepunkt: Weg von den reinen Hardskills
Frau Wagner-Taufratzhofer, Sie sind seit über 20 Jahren im IT-Umfeld tätig. Was hat Sie dazu bewogen, sich fachlich so grundlegend breiter aufzustellen?
Ich komme klassisch aus der technologischen Ecke. In den letzten Jahren habe ich als Teamlead immer mehr gemerkt: Die IT-Landschaften werden komplexer, aber die eigentliche Herausforderung liegt an der Schnittstellt zur Fachabteilung. Dort entstehen Missverständnisse und Reibungsverluste. Ich beherrsche meine Hard Skills, aber ich wollte mehr Professionalität in die Kommunikation bringen.

Das "Silo-Denken" aufbrechen: IT als Enabler im gesamten Unternehmen
Oft wird die It in Unternehmen noch als reine "Service-Abteilung" gesehen. Hat das Studium Ihren Blick auf die Roll der IT im Unternehmen verändert?
Absolut. Früher habe ich oft in technischen Tickets und Anforderungen gedacht. Durch die Marketing- und Kommunikationsbrille verstehe ich jetzt viel besser, wie die IT zur Wertschöpfungskette des gesamten Unternehmens beiträgt. Ich spreche heute nicht mehr nur über Systemstablität, sondern über den Nutzen für die Anwender:innen und die strategische Ausrichtung. Das verändert die Wahrnehmung unserer Abteilung enorm. Wir werden nicht mehr nur gerufen, wenn etwas nicht funktioniert, sondern sitzen als strategische Partner:innen mit am Tisch.
Genau dort sehe ich heute auch meinen persönlichen Mehrwert: Ich übersetze technische Komplexität in verständliche Zusammenhänge, verbinde IT & Kommunikation. Denn Technik entfaltet ihren vollen Wert erst dann, wenn sie verstanden wird. Kommunikation ist dabei kein Beiwerk, sondern der entscheidende Erfolgsfaktor für nachhaltige IT-Lösungen.

Kommunikation als Hebel im Generationenwechsel
Inwiefern hilft Ihnen das Studium konkret in Ihrem IT-Alltag?
In der IT geht es oft um Veränderungsprozesse, die emotional besetzt sind. Wir haben den klassischen Generationenwechsel: Erfahrene Kolleg:innen kurz vor der Pension treffen auf junge Talente mit völlig anderen Erwartungen. Früher hätte ich Widerstände vielleicht einfach als gegeben hingenommen. Heute höre ich anders hin und verstehe die Dynamiken dahinter.
Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Ich sehe mich heute viel stärker als Brückenbauerin oder Übersetzerin zwischen der Technik und der Fachabteilung. Wenn es zum Beispiel um eine neue Anforderungsanalyse geht, gehe ich die Sache viel strukturierter an. Ich stelle mir und dem Team sofort strategische Fragen:
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- Wer ist von dieser Änderung wirklich betroffen?
- Wer braucht zu welchem Zeitpunkt, welche Informationen, damit keine Angst ensteht?
Durch Methoden wie Framing oder Krisenkommunikation habe ich gelernt, Projekte lösungsorientierter zu steuern. Ich versuche nicht mehr, Anforderungen einfach technisch umzusetzen, sondern achte stärker darauf, die Vorteile der Veränderung klarer zu kommunizieren und zu begleiten. Das nimmt den Druck raus und baut Widerstände ab, noch bevor sie zum Problem werden.
Die größte Hürde: "Schaffe ich das neben Job und Familie"?
Viele Frauen in Führungspositionen zögern wegen der Zeitbelastung. Sie haben Vollzeit gearbeitet und haben zwei Kinder. Wie sah Ihr Erfolgsrezept aus?
Die Flexibilität des Studiums war für mich entscheidend. Es gibt keine starren Deadlines oder Abgabefristen. Die Inhalte sind in einzelne Module eingeteilt. Ich habe mir die Module in ganz kleine Einheiten, in "Häppchen" eingeteilt und Kapitel für Kapitel, Modul für Modul in meinem eigenen Tempo durchgearbeitet.
Gelernt habe ich an den ungewöhnlichsten Orten, sogar in der Eishalle während des Trainings meiner Kinder. Mein Studium war in meiner Tasche immer dabei.

Und was hat Sie motiviert durchzuhalten?
Besonders geholfen haben mir dabei meine To-Do-Listen. Jedes abgehakte Kapitel war ein kleines Erfolgserlebnis, das mich motiviert hat, dranzubleiben.
Und natürlich mein Umfeld - vor allem meine Kinder. Wenn sie gefragt haben, ob ich noch "Hausübung" habe, wurde mir bewusst, welche Haltung zum Lernen und zur Weiterentwicklung ich vorlebe. Neugierig zu bleiben, sich etwas zuzutrauen und dranzubleiben - das wollte ich ihnen zeigen.
Von der Unsicherheit zur Souveränität
Gab es Momente, in denen Sie gezweifelt haben?
Gerade am Anfang war ich unsicher, wie ich meine Leistungen einschätzen soll. Ich habe mir beim ersten Modul lange Zeit gelassen und auf Feedback der Dozentin gewartet, bevor ich weitergemacht habe. Aber das Feedback war dann so ausführlich und hilfreich, dass ich schnell Sicherheit gewonnen habe.
Auch vor der Masterarbeit hatte ich großen Respekt. Aber durch die enge Betreuung und die klare Struktur der eLearning Academy ist die Arbeit schrittweise gewachsen. Und plötzlich war sie fertig, schneller als anfangs gedacht.

Austausch auf Augenhöhe: Keine einsame Insel im Fernstudium
Manche Interessent:innen haben die Sorge, dass ein Online-Studium sehr anonym ist. Wie haben Sie den Kontakt und die Betreuung erlebt?
Ich hatte anfangs tatsächlich die Befürchtung, dass man durch das reine Online-Format zu sehr abgeschnitten ist. Aber das war gar nicht so. Wenn ich irgendwo angestanden bin, war eigentlich immer irgendwer zur Stelle. Man bekommt sehr schnell Feedback und hat sofort Kontakt, wenn man ihn braucht. Besonders wertvoll war für mich die Unterstützung der Studienberatung am Anfang, die mir geholfen hat, mein Studium und die Inhalte zu strukturieren. Man ist zwar zeitlich flexibel, aber man ist definitiv nicht allein.
Die Investition in sich selbst: Warum der Master mehr als nur ein Titel ist
Fr. Wagner-Taufratzhofer, Sie haben das Studium komplett selbst finanziert und nebenbei gewuppt. Hand aufs Herz, hat sich dieser Einsatz rückblickend für Sie gelohnt?
Ja, ich hätte mich viel früher dafür entscheiden sollen und habe eigentlich viel zu lange gezögert. Es war mein persönliches Projekt, das ich für mich selbst umgesetzt habe. Für mich war es persönlich ein echter Meilenstein auf den ich sehr stolz bin.
Wenn Sie das Studium in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?
Spannend. Hochwertig. Praxisnah.
Es war inhaltlich fordernd und qualitativ auf hohem Niveau und gleichzeitig so praxisnah, dass ich viele Inhalte direkt in meinem beruflichen Alltag anwenden konnte.

Fazit: "Ich hätte mich viel früher entscheiden sollen"
Was hat sich durch den Master für Sie persönlich verändert?
Ich bin nicht nur beruflich breiter aufgestellt und mein Selbstbewusstsein ist gewachsen. Sogar privat profitiere ich davon, etwa bei der Unterstützung meines Mannes beim Aufbau seiner Unternehmenskommunikation und auch in meiner ehrenamtlichen Vereinsarbeit.
Ihr Rat an andere IT-Fachkräfte, die noch zögern?
Wartet nicht so lange wie ich! Ich habe jahrelang überlegt, ob ich es schaffe. Heute weiß ich: Die praxisnahen Inhalte lassen sich sofort 1:1 im Job anwenden. Es ist eine Investition die eigene Wirksamkeit.
Und: In unserem Bereich wird so vieles im Hintergrund geleistet, die IT darf und soll in Unternehmen sichtbarer werden!
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