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Lehrende  ·  9. März 2021

Im Portrait: Dr. Wolfang Kuzmits – wissenschaftlicher Leiter Eventmanagement und Marketingkommunikation

Eine akademische Weiterbildung im Eventbereich in Corona-Zeiten, macht das Sinn?

Dr. Wolfgang Kuzmits – wissenschaftlicher Leiter des Masterlehrgangs Marketingkommunikation in der Vertiefung „Eventmanagement und Marketingkommunikation“ – erzählt im Interview, warum er für diesen Beruf brennt, welche Studieninhalte Marketing- und EventmanagerInnen in Pandemiezeiten unterstützen sollen trotz aller Einschränkungen in ihrem Job zu glänzen und wie er die Zukunft von MasterabsolventInnen der eLAC sieht.

Was ist Ihre Aufgabe bei der eLearning Academy?

Meine Aufgaben sind zweigeteilt. Der erste Bereich betrifft die wissenschaftliche Leitung des Masterlehrgangs Marketingkommunikation in der Vertiefung „Eventmanagement & Marketingkommunikation“ der Fachhochschule Burgenland und der zweite Bereich ist die Funktion als Lektor für das Grundlagenmodul Kunst-, Kultur- und Business-Events, wie auch die Betreuung der Masterarbeiten gemeinsam mit Dr. Leo Hemetsberger.

 

Gemeinsam mit Michael Roither und Silvia Ettl-Huber – den Gründern der eLAC eLearning Academy – habe ich den Masterlehrgang entwickelt, das Curriculum dazu erstellt und praxisrelevante LektorInnen und ExpertInnen ausgewählt. Die Idee hinter diesem Masterlehrgang ist die zwei Welten des Eventmanagement und der Marketingkommunikation, die sehr intensiv zusammenarbeiten und ja eigentlich auch zusammengehören, in Bezug auf die Ausbildung zu verschmelzen. In enger Zusammenarbeit mit den Lehrenden haben wir die Inhalte und Module entwickelt. Das spannende dabei war es, eine gute Balance zwischen den Notwendigkeiten des praktischen Lebens und den Anforderungen einer wissenschaftlichen Ausbildung zu entsprechen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das geschafft haben.

Was mögen Sie an Ihrem Job am liebsten?

Einerseits mag ich die Auseinandersetzung mit einer Vielfalt an Themen. Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft und Betriebswirtschaft beziehungsweise Wirtschaftswissenschaft verschmelzen zu einer gemeinsamen Ausbildung. Das gefällt mir besonders gut daran. Es ist nicht eine typische eindimensionale Ausbildung, sondern greift die unterschiedlichen wissenschaftlichen Welten auf und vernetzt sie.

 

Andererseits schätze ich den Gedankenaustausch mit den Studierenden und die persönlichen Erfahrungen, die sie in diesem Bereich der Marketingkommunikation und des Eventmanagements gemacht haben. Wie sie den Bereich verstehen und wahrnehmen, wie sie arbeiten, wie sie sich wissenschaftlich fortbilden wollen, und so weiter. Diese Zusammenführung interessiert mich sehr.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit Studierenden?

Mir bedeutet die Arbeit mit Studierenden sehr viel. Auf der einen Seite ist es sehr schön, einen Lehrgang absolvieren zu können, in dem ausgewiesene ExpertInnen ihr Wissen einbringen, ihr Wissen gerne teilen und weitergeben. Auf der anderen Seite ist es natürlich spannend, die Wahrnehmungswelten der Studierenden kennenzulernen. Mit jeder Masterarbeit, mit jeder Diskussion erlangt man neues Know-How, neues Wissen und das spornt mich an.

Was schätzen StudentInnen am meisten an Ihnen?

Diese Frage kann ich nicht beantworten (lacht). Das müssten Sie die StudentInnen fragen. Was ich aus meiner Perspektive sagen kann ist, dass ich über die letzten 20 Jahre sehr viel an praktischem Wissen erworben habe, welches ich in die Lehreinheiten einbringe. Ich denke, das schätzen viele StudentInnen an meiner Lehrmethode.

Können Sie Beispiele nennen, welches Praxiswissen in die Lehrveranstaltungen einfließen lassen?

Ich bin seit 20 Jahren in diesem Spannungsfeld tätig. Einerseits im Bereich von Kunst und Kultur, andererseits in der Planung und Umsetzung von Businessevents unterschiedlicher Formate. Diese Erfahrung, kombiniert mit meiner akademischen Ausbildung bringe ich in die Lehrveranstaltungen mit ein.

 

Ich bin als Geschäftsführer in unterschiedlichen Gesellschaften tätig. Über 20 Jahre habe ich für das Land Burgenland gearbeitet und durfte unter anderem das Schloss Esterházy leiten, sowie die Museen und Galerien, die Kulturzentren und die Festspiele des Landes Burgenland. Aus dieser Tätigkeit resultiert mein breiter Erfahrungsschatz. Von großen Kongressen über EU-Rats-Präsidentschaften, unzählige Präsentationen, Staatsbesuche und viele andere Events mehr wurde vom meinem Team und mir organisiert und abgehalten. Natürlich durfte ich auch Firmenveranstaltungen und Privatevents begleiten. Dadurch ist mein Spektrum sehr breit. Aktuell bin ich designierter Geschäftsführer, in der Funktion des kaufmännischen Leiters, der Kunsthalle Wien. Von dieser jahrelangen Erfahrung in den jeweiligen Bereichen profitieren, so hoffe ich, die StudentInnen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht lehren?

In meiner Freizeit bin ich ein Familienmensch. Wir leben in Wien, haben zwei Kinder und versuchen in der freien Zeit gemeinsam einiges zu unternehmen: Radfahren, Garteln, … was auch immer das Wetter erlaubt. Zu meinem persönlichen und individuellen Ausgleich gehe ich am liebsten Joggen, da kann man sehr gut reflektieren und neue Ideen wälzen.

Was begeistert Sie an Eventmanagement und Marketingkommunikation?

Mich begeistert das Zusammenspiel dieser beiden Welten. Die Differenzierung der einzelnen Formate, wie wir sie in der Realität wahrnehmen, basiert auf einem großen gemeinsamen Bogen. Dieser dramaturgische Bogen ist notwendig. Man richtet Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art immer für BesucherInnen aus. Ein Event ohne BesucherInnen ist kein Event. Schlussendlich ist die Kommunikation immer wichtiger in unserer Gesellschaft, egal ob offline oder online, und hier braucht es die nötige Qualifikation, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Warum sollte man sich heutzutage – in Zeiten der Corona Pandemie – für ein Studium im Bereich Eventmanagement und Marketingkommunikation entscheiden?

Events benötigen den persönlichen Austausch, insbesondere Kulturveranstaltungen. Die Kunst braucht das Publikum, wie das Publikum auch die Kunst braucht. Diese Unmittelbarkeit der Beziehung zwischen DarstellerInnen und Publikum wird sich meiner Meinung nach nicht durch die digitalen Welten ersetzen lassen. Wir haben in unserem Masterlehrgang Eventmanagement und Marketingkommunikation in den unterschiedlichen Modulen auch die digitalen Formate aufgegriffen. Beginnend mit dem Grundlagenmodul, wo Studierende Beschreibungen zu den unterschiedlichen analogen und hybriden Events erhalten. Im Modul Dramaturgie gibt es Empfehlungen speziell für den dramaturgischen Aufbau für digitale Events. Auch im Bereich Eventtechnik, Eventssicherheit und im Bereich Eventrecht haben wir die aktuelle Entwicklung der Digitalisierung aufgegriffen. Wir hoffen dennoch darauf, zum Beispiel bei einem Festival wie dem Nova Rock im Burgenland, noch einmal real stehen zu dürfen und nicht nur digital zugeschalten zu werden.

Wie sehen Sie die Zukunft für MA AbsolventInnen des Lehrgangs Eventmanagement und Marketingkommunikation der eLearning Academy?

Sehr gut natürlich! Die Themenwahl, die Auswahl der LektorInnen, die Wahl der Skripten deckt das gesamte Spektrum optimal ab. Wir sind nicht nur spezialisiert auf einen Themenbereich, sondern vereinen Kommunikations-, Kultur- und Betriebswissenschaft. Dieses Bündel bietet den Studierenden eine sehr gute Basis für die praktische Realität.

Was möchten Sie StudentInnen noch gerne mit auf den Weg geben?

Studieren Sie alle Skripten nicht unter dem Blickwinkel, dass Sie „nur“ die Prüfung schaffen möchten, sondern saugen Sie so viel wie möglich an Information, Erfahrungen, Know-How auf. Alle Inhalte sind praxisrelevant. Sie werden mit Ihrem neuen Wissen nachhaltig in Ihrem Job Projekte umsetzen können und das hilft Ihnen erfolgreich zu sein.

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